Was ist Fusen?
Fusen (to fuse) ist eine Technik, die schon vor
4000 Jahren zur Herstellung von aufwendigen
Glasobjekten angewendet wurde und damit
als älteste Technik der Glasver- und
bearbeitung gilt. Die Herstellung von
gläsernen Objekten im Ofen war früher sehr
aufwendig, zeitintensiv und in den
Dimensionen begrenzt. Die erste Blütezeit
reichte von den Anfängen in Mesopotamien
bis zum Zenith der Ägyptischen Kultur: Um
Christi Geburt wurden die Ofengläser mehr
und mehr aus dem Alltag verdrängt: Glas
erhielt eine neue Rolle als nahezu
universelles Material für Behältnisse. Dies
bedurfte auch anderer Herstellungstechniken.
Das Blasen von Gläsern erfüllte die
Anforderungen an schnelle Serienfertigung von
Gebrauchsgütern zu erschwinglichen Preisen. Das
Fusen war “out”.
Im Vergleich zur Heißglastechnik, bei der
geschmolzenes Glas aus dem Ofen zum Blasen oder
Gießen entnommen wird, ist das Basismaterial beim
Fusen kaltes Glas in Form von Flachgläsern,
Blöcken, Kröseln, aber auch
Stangen oder Röhren. Dieses Rohmaterial wird
meistens nach einen Entwurf geschnitten. Bei der
Zusammenstellung gibt es verschiedene Möglichkeiten:
z.B. können plane Scheiben und Stücke aufeinander
oder sogar mehrere Scheiben übereinander bis zu
mehreren Zentimetern dick geschmolzen werden. Die
Scheiben werden in den kalten Ofen gelegt. Die
Verschmelzungstemperaturen liegen zwischen ca.
760°C und 850°C. Im nächsten Arbeitsgang kann das
“durchs Feuer gegangene” und abgekühlte Glas
verformt werden.
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